In der Musik ist die Stimmbildung sehr wichtig, da ohne jegliche Übung die Stimmbänder beschädigt werden könnten. Diese Tatsache bewegte den Dirigenten des Frauenchors CaraMia, Andreas Luca Beraldo, dazu, einen Stimmbildungs – Workshop für alle Sängerinnen und Sänger anzubieten.
Mit Bildern und Filmen informierte er zuerst über die Anatomie und Physiologie der an der Tonerzeugung beteiligten Organe. Genau genommen ist Singen als eine fast ganzkörperliche Betätigung zu sehen. Somit erlernten die Teilnehmer wichtige Entspannungsübungen kennen. Einen zentralen Aspekt nahmen die Beobachtung und die Kontrolle der Atmung ein. Anders als beim Sprechen darf man ja beim Singen nicht einfach dann Atem holen, wenn man will. Vielmehr muss man auf die vom Komponisten gesetzten Pausen warten und dann die „Luft einfallen lassen“. Am praktischen Beispiel erfuhren die Teilnehmer auch, wie der „Lufthunger“ den Ton verändert.
Singen lebt von den Vokalen. Wie deren Klang sich durch Veränderung der Mund- und Zungenstellung variieren lässt und welche Klangfarbe im Chor anzustreben sei, wurde ebenso geübt. Es ist erstaunlich, was man da alles falsch machen kann. Bei den Konsonanten gibt es wahre „Luftfresser“. Damit die Sängerinnen und Sänger hier nicht zu viel Atem vergeuden lernten sie auch hier einige Tricks kennen. Auch lernten sie, die klingenden Konsonanten für die Klangerzeugung zu nutzen.
Es folgten mehrere Übungen zum Thema „Singen und Hören“, bei denen man lernte, aus einem Durcheinander verschiedener Laute und Töne einen ganz bestimmten herauszuhören und ihn zu übernehmen– für das Singen im Chor eine ganz wichtige Fertigkeit.
In einem Lehrfilm lernten die Teilnehmer die unterschiedlichen Klangregister der menschlichen Stimme kennen. Der Umgang damit wurde am Kanon „Bona nox! Bist a rechta Ox“ eingeübt – von niemand Geringerem als Wolfgang Amadeus Mozart geschrieben. Dabei muss man ständig zwischen – für Männer schon recht grenzwertigen – Kopfstimmlagen in die – jetzt für die Frauen ziemlich tiefe – Brusttonlage wechseln. Wegen des doch recht saftstrotzenden Textes macht aber auch diese Übung Spaß.
So beschäftigten sich die teilnehmenden Sängerinnen und Sänger, unterbrochen von einer gemütlichen Mittagspause, über fünf Stunden mit der eigenen Stimme – dem wohl faszinierendsten Musikinstrument.

Heinz Hannemann

Stimmbildung am 24.02.2018 im Sängerheim